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1908 Sommer: Der Buchhändler-Volontär Ernst Rowohlt verlegt sein erstes Buch, Gustav C. Edzards Lieder der Sommernächte. Dieses Ereignis gilt fortan als Beginn der Verlagsgeschichte. Oktober: Rowohlt geht nach Paris, um seine buchhändlerischen Kenntnisse zu erweitern. Von hier aus Kontaktaufnahme zu Paul Scheerbart. 1909 März: Rowohlt kehrt nach Leipzig zurück. April: Das zweite Buch erscheint: Paul Scheerbarts Katerpoesie. September:
Rowohlt übernimmt in Leipzig die Geschäftsführung der «Zeitschrift für Bücherfreunde» im Auftrag der Offizin Drugulin. Bekanntschaft mit Kurt Pinthus und Walter Hasenclever.
1910 März: Bekanntschaft mit Kurt Wolff und Beginn der Zusammenarbeit. April: Das dritte Buch erscheint: Scheerbarts Perpetuum Mobile. Vertragsabschluss mit Max Dauthendey, den Ernst Rowohlt im März kennengelernt hatte. Juni: Ernst Rowohlt gewinnt Herbert Eulenberg, dessen Werk Alles um Liebe bereits im Juli erscheint. 30. Juli: Eintragung des Ernst Rowohlt Verlags in das Handelsregister Leipzig. Kurt Wolff wird stiller Teilhaber. Die Geschäftsräume befinden sich im Vorderhaus der Offizin Drugulin in der Königstraße 10. 12. September: Bekanntmachung der Geschäftseröffnung im «Börsenblatt» Nr. 211. September/Oktober: Die ersten sechs Drugulin-Drucke werden in der Presse angekündigt und erscheinen wenig später, beginnend mit Nr. 1: Goethes Torquato Tasso. Bis 1913 folgen mit Nr. 7–17 weitere elf Drucke. Max Dauthendeys Schwarze Sonne. Phallus erscheint – erstmals mit dem ERV-Logo, dessen Gestaltung Walter Tiemann übernommen hatte. Oktober/November: Rowohlt und Wolff beschließen, das Gesamtwerk Eulenbergs zu übernehmen. Zu diesem Zweck wird ein Bühnenvertrieb gegründet – die Wurzel des Rowohlt Theater Verlags. 30. November: Mit dem Verlagsangebot an Georg Heym beginnt die Hinwendung zur jungen (expressionistischen) Dichtergeneration.

1911 In diesem Jahr erscheinen insgesamt 34 Drucke – der Ernst Rowohlt Verlag steigt damit in die Riege der größeren Verlage auf. Neben den tragenden Säulen (Dauthendey, Eulenberg) wird mit Georg Heyms Der ewige Tag erstmals ein Werk der Expressionisten verlegt. Weitere wichtige Werke: Hugo Ball, Die Nase des Michelangelo; Emil Preetorius, Zehn Blatt lithographische Original-Zeichnungen.

1912 In diesem Jahr erscheinen insgesamt 31 Drucke, darunter Gerdt von Bassewitz, Peterchens Mondfahrt; Carl Hauptmann, Nächte; Georg Heym, Umbra Vitae; Arnold Zweig, Novellen um Claudia. Januar: Kurt Pinthus wird offiziell als erster Lektor angestellt. 29. Juni: Besuch von Max Brod und Franz Kafka in Leipzig bei Rowohlt und Wolff. Wenig später Beginn der Korrespondenz mit Franz Werfel und Robert Walser. Sommer: Der erste Verlagskatalog Neuerscheinungen 1911/12 wird ausgegeben. 1. September: Nachdem er im Verlauf des Jahres mehr und mehr Verantwortung im Geschäft übernommen hatte, wird Wolff Kommanditist des Ernst Rowohlt Verlags und legt 35000 RM Kapital ein. 2. November: Vertragliche Trennung von Kurt Wolff und Ernst Rowohlt nach zunehmenden Streitigkeiten. Kurt Wolff behält gegen Zahlung einer Abfindung den gesamten Verlag inklusive des Namens. November: Franz Werfel kommt nach Leipzig und wird Lektor.

1913 Noch von Ernst Rowohlt vorbereitet, erscheinen in diesem Jahr unter seinem Verlagssignet zwanzig Titel, darunter: Max Brod, Die Höhe des Gefühls; Herbert Eulenberg, Belinde (mit dem Volks-Schillerpreis ausgezeichnet); Georg Heym, Der Dieb und Franz Kafkas Erstling Betrachtung. Februar: Die Firma Ernst Rowohlt Verlag wird aus dem Handelsregister Leipzig gelöscht. Februar–Oktober: Ernst Rowohlt ist als Prokurist beim S. Fischer Verlag in Berlin angestellt. Oktober: Übernahme der Geschäftsführung des neuen Hyperion-Verlags, Lektor wird der Literat Wolfgang Goetz. Ernst Rowohlt intensiviert in Berlin seine Kontakte zu den dortigen expressionistischen Zirkeln um die Zeitschriften «Sturm» und «Aktion».

1914 August: Ernst Rowohlt meldet sich als Kriegsfreiwilliger an die Front und bleibt bis zum Kriegsende im aktiven Dienst.
1919 7. Januar: Gründung der Ernst Rowohlt KG, Sitz: Potsdamer Str. 123 B (An der Potsdamer Brücke), Berlin W 35. Kurt Pinthus und Walter Hasenclever, die alten Leipziger Freunde, ermöglichen mit ihren Kontakten die Finanzierung. Hans C. Thieme und Jacques Bettenhausen liefern das nötige Startkapital. Februar: Der erste Angestellte nimmt die Arbeit auf: Dr. Paul Mayer, Rowohlts neuer Hauptlektor. März: Rowohlt schließt einen Generalvertrag mit Rudolf Borchardt ab. Die Herausgabe von dessen Schriften beginnt Anfang 1920. 9. April: Das erste Buch des zweiten Verlags Ernst Rowohlts wird ausgeliefert: Walter Hasenclevers Stück Der Retter. Juni: Die ersten fünf Hefte der linken Flugschriftenreihe «Umsturz und Aufbau», konzipiert und betreut von Kurt Pinthus, werden angekündigt. Gestartet wird mit dem Neudruck von Georg Büchners Friede den Hütten! Krieg den Palästen! zum Preis von 1 Mark. Die erfolglose Reihe wird bereits im nächsten Jahr nach acht Heften eingestellt. November: Kurt Pinthus gibt die Anthologie Menschheitsdämmerung heraus; das zentrale Werk der expressionistischen Dichtung erlebt bis 1922 vier Neuauflagen. In diesem Jahr erscheinen insgesamt zehn Titel.

1920 10. Januar: Die erste Nummer der linksintellektuellen Wochenschrift «Das Tage-Buch» erscheint. Herausgeber ist der Wiener Publizist Stefan Großmann. Rowohlt gibt die Zeitschrift im April 1923 auf, bleibt aber vorerst an dem Eigenverlag, in dem sie weiter erscheint, beteiligt. 17. Januar: Der erste Abschnitt von Carl Ludwig Schleichs Lebenserinnerungen erscheint im zweiten Heft des «Tage-Buchs». Das daraus entstehende Buch Besonnte Vergangenheit wird im Oktober 1920 ausgeliefert und entwickelt sich zum ersten Bestseller des Verlags: Bis 1943 werden mehr als 525000 Exemplare verkauft. Februar: Das erste Buch des späteren Erfolgsautors Hans Fallada (alias Rudolf Ditzen), Der junge Goedeschal, erscheint. August: Alfons Goldschmidts Moskau 1920, die erste umfassende Reportage über die junge Sowjetunion, markiert den Beginn des politischen Sachbuchs. Innerhalb weniger Wochen können 10000 Exemplare verkauft werden. In diesem Jahr erscheinen bereits 48 Titel, darunter Johannes R. Becher, Ewig im Aufruhr; Rudolf Borchardt, Jugendgedichte; Franz Hessel, Pariser Romanze; Heinrich Eduard Jacob, Der Tulpenfrevel; Carl Ludwig Schleich, Gedankenmacht und Hysterie.

1921 Februar: Beginn der Zusammenarbeit mit der Privatpresse «Officina Serpentis» bei der Herausgabe von Luxusdrucken. Bis 1924 erscheinen insgesamt 22 Drucke. Dezember: Leo Slezaks Meine Sämtlichen Werke werden ausgeliefert und entwickeln sich ebenfalls zum Bestseller – bis 1943 werden über 160000 Exemplare verkauft. In diesem Jahr erscheinen insgesamt 29 Titel, darunter Max Brod, Erlöserin; Carl Einstein, Die schlimme Botschaft; Max Krell (Hg.), Die Entfaltung; Leo Matthias, Genie und Wahnsinn in Rußland; Wilhelm Speyer, Gnade.

1922 12. Oktober: Ernst Rowohlt und sein Autor Carl Einstein werden im Gotteslästerungs-Prozess um das Buch Die schlimme Botschaft schuldig gesprochen und zu Geldstrafen verurteilt. 29. November: Umwandlung der Gesellschaftsform des Verlags in eine KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) nach der inflationsbedingten Finanzkrise. Retter in der Not und zugleich Hauptaktionär wird das mährische Druckhaus Julius Kittl Nachf. In diesem Jahr bringt Rowohlt insgesamt 36 Titel heraus, darunter Hans Bethge, Pfirsichblüten aus China; Franz Blei, Das große Bestiarium der modernen Literatur; Kurt Hiller, Brauchen wir eine Reichswehr?. Die ersten Werke der späteren Stammautoren Arnolt Bronnen (Die Excesse, Die Septembernovelle) und Emil Ludwig (Am Mittelmeer, Rembrandts Schicksal und Shakespeare über unsere Zeit) erscheinen bei Rowohlt.

1923 Februar: Die ersten zehn Bändchen der Taschenausgabe von Balzacs Gesammelten Werken werden herausgegeben. Bis 1927 liegt sie komplett in 44 Bänden vor und entwickelt sich zu einem großen Verkaufserfolg. November: Robert Musils Stück Die Portugiesin erscheint bei Rowohlt. Beide schließen einen Generalvertrag über einen großen Roman ab, für den Musil eine monatliche Rente erhält. Bis 1925 übernimmt Rowohlt die Rechte an den älteren Werken, darunter am Zögling Törleß und an Die Schwärmer. In diesem Jahr erscheinen insgesamt 52 Novitäten.

1924 15. Januar: Das erste Monatsheft des anspruchsvollen Literaturmagazins «Vers und Prosa», herausgegeben von Franz Hessel, erscheint. Da sich der Absatz nicht befriedigend entwickelt, wird diese Publikation zum Jahresende wieder eingestellt. Franz Hessel wird offiziell als zweiter Lektor eingestellt, er betreut vor allem die französischen
Übersetzungen. November: Emil Ludwig, Napoleon, wird ausgeliefert. Das Buch entwickelt sich zum ersten internationalen Bestseller deutscher Herkunft nach dem Krieg, bis 1933 werden 636000 Exemplare weltweit verkauft. In Deutschland werden bis zum Verbot von Ludwigs Werken 189000 Exemplare gedruckt. Der Verlag hat die Hyperinflation
überstanden und profitiert in den kommenden fünf Jahren von der allgemeinen Konjunktur. Der durchschnittliche Jahresumsatz pendelt sich bei etwa einer Million RM ein. In diesem Jahr erscheinen 51 Titel, darunter 20 neue Bändchen der Balzac-Ausgabe; Bruno Frank, Tage des Königs; Emil Ludwig, Genie und Charakter.

1925 9. Oktober: Das erste Heft der Wochenschrift «Die Literarische Welt», herausgegeben von Willy Haas, erscheint zum Preis von nur 20 Pfennig in einer Auflage von 30000 Exemplaren. Sie entwickelt sich in kurzer Zeit zur bekanntesten Literaturzeitung
in der Weimarer Republik. Anhaltende Defizite veranlassen Rowohlt im April 1927 zum Ausstieg, er bleibt jedoch am ausgegliederten Eigenverlag beteiligt. November: Der Verlag hat mit Emil Ludwigs Biographie Wilhelm II. einen neuen Bestseller. Bis zum Verbot durch die Nazis (1933) werden 200000 Exemplare gedruckt. In diesem Jahr erscheinen
33 Titel, darunter sechs Balzac-Bändchen; Alfons Goldschmidt, Wie ich Moskau wiederfand, und Lulu Hunt Peters, Hallo! Dein Gewicht!. Sie ist die erste Amerikanerin bei Rowohlt, die zudem das erste moderne Diätbuch verfasst.

1926 Mit dem Kritischen Lesebuch erscheint der erste Band von Ja und Nein, Alfred Polgars Schriften. Bis 1933 verlegt Rowohlt alle weiteren Werke des Wiener Feuilletonisten. Die Jahresproduktion erreicht mit nur neunzehn Titeln ihren Tiefpunkt in der Weimarer Republik; eine Folge der hohen Kosten für die Balzac- und Casanova-Werkausgabe sowie für die «Literarische Welt».

1927 Mai: Kurt Tucholsky schließt einen Vertrag mit Rowohlt ab. Sein erster Sammelband, Mit 5 PS, wird zum Jahresende ausgeliefert, bis zu seinem Tod erscheinen alle weiteren wichtigen Bände bei Rowohlt. November: Der Kabarettist Joachim Ringelnatz (alias Hans Bötticher) wird mit dem Werk Reisebriefe eines Artisten Rowohlt-Autor und bleibt dies bis zu seinem frühen Tod (1934). Rowohlt verschafft anschließend seiner mittellosen Witwe Leonharda (alias «Muschelkalk») eine Stelle in seiner Lizenzabteilung. November: Mit Elmer Gantry von Sinclair Lewis beginnt die Reihe großer amerikanischer Autoren, die Rowohlt in Deutschland bekannt macht. Insgesamt erscheinen in diesem Jahr 22 Titel, darunter Leo Slezak, Der Wortbruch; Wilhelm Speyer, Der Kampf der Tertia; Hermann Ungar, Die Klasse.

1928 Mai: Ernst Rowohlt liefert sich in der «Weltbühne» einen öffentlichen Schlagabtausch mit Kurt Tucholsky zum Thema «Ist das deutsche Buch zu teuer?». Wenig später veröffentlicht er in der «Literarischen Welt» einen Leserbrief «Über die Gesinnung des Verlegers». Oktober: Mit Fiesta erscheint erstmals ein Roman von Ernest Hemingway in Deutschland. Bis 1933 folgen drei weitere Romane: Männer, In einem andern Land und In unserer Zeit. In diesem Jahr erscheinen insgesamt 22 Novitäten, die die gesamte Spannbreite des zweiten Verlags repräsentieren: Walter Benjamins Erstlingswerke Einbahnstraße und Ursprung des deutschen Trauerspiels; Franz Blei, Himmlische und irdische Liebe; Bruno Frank, Politische Novelle; Emil Ludwig, Der Menschensohn; Edgar Ansel Mowrer, Amerika. Vorbild und Warnung; Alfred Polgar, Ich bin Zeuge; Joachim Ringelnatz, Allerdings.

1929 Januar: Der Verlag bezieht ein kleineres, kostengünstigeres Quartier in der Passauer Str. 8/9, Berlin W 50. Juli: Arnolt Bronnens O.S., eine Darstellung der Auseinandersetzungen in Oberschlesien, erscheint. Bronnen provoziert durch seine rechtsradikalen Ansichten heftige Reaktionen anderer Rowohlt-Autoren, von denen Kurt Tucholskys «Da laßt mich mal ran» in der «Weltbühne» am bekanntesten ist. In diesem Jahr erscheinen 30 Novitäten, darunter Nathan Asch, Als die Firma verkrachte; Ernest Hemingway, Männer; Emil Ludwig, Juli 14 (mit dem nochmals an den Erfolg der Vorgänger angeknüpft werden kann); Siegfried von Kardorff, Bismarck; Rudolf Olden, Stresemann; Alfred Polgar, Schwarz auf Weiß; Joachim Ringelnatz, Kuttel Daddeldu; Jules Romains, Der Gott des Fleisches; Kurt Tucholsky,
Das Lächeln der Mona Lisa.

1930 5. November: Sinclair Lewis erhält als erster amerikanischer Autor und als erster Rowohlt-Autor den Literaturnobelpreis. In seiner Stockholmer Dankesrede vom 12. Dezember richtet er die Aufmerksamkeit auf einen jungen Landsmann, der auch bei Rowohlt verlegt werden wird: Thomas Wolfe. 6. November: Robert Musil feiert seinen 50. Geburtstag. Einige Tage später erscheint, nach über zehnjähriger Arbeit, Band 1 von Der Mann ohne Eigenschaften. Der Preisverfall infolge der Wirtschaftskrise zwingt Rowohlt, zwei seiner Bestseller als «Volksausgabe» anzubieten: Schleich, Besonnte Vergangenheit (für 2,85 RM), und Ludwig, Napoleon (für 3,75 RM). In diesem Jahr erscheinen insgesamt 34 Titel, darunter Ernest Hemingway, In einem andern Land; Heinrich Eduard Jacob, Blut und Zelluloid; Annette Kolb, Kleine Fanfare; Jean Martet, Clemenceau spricht; Walter Oehme/Kurt Caro, Kommt «Das Dritte Reich»?; Ernst von Salomon, Die Geächteten; Kurt Tucholsky (alias Peter Panter), Das Pyrenäenbuch.
1931 Juni: Nach dem Konkurs der Hausbank Danat muss Rowohlt seine vorläufige Zahlungsunfähigkeit vermelden.
Verhandlungen mit den Gläubigern bezüglich eines Vergleichs beginnen. Juli: Heinrich Maria Ledig tritt als Angestellter seines Vaters in den Rowohlt Verlag ein. Zunächst mit der Absatzstatistik betraut, durchläuft er in den kommenden Jahren alle Abteilungen. 29. August: Gründung der Rowohlt Verlag GmbH als Auffanggesellschaft. Mehrheitsgesellschafter werden die Ullsteins über Familienmitglied Fritz Koch. Die Rowohlt Verlag KGaA bleibt bis zum 30. Juli 1937 zur Befriedigung der Gläubigeransprüche bestehen. 1. September: Ernest Hemingway kommt aus Paris nach Berlin, um der Uraufführung des Stücks «Kat» beizuwohnen. Die Dramaturgie stammte von Carl Zuckmayer und Heinz Hilpert auf der Basis von In einem andern Land. Oktober: Erik Reger erhält für seinen Enthüllungsroman Union der festen Hand, in dem er die Zustände in der rheinischen Industrie aufdeckt, den begehrten Kleist-Preis 1931. In diesem Jahr erscheinen 34 Titel, darunter: Der Film «Im Westen nichts Neues» in Bildern; Ludwig Bauer, Morgen wieder Krieg; Hans Fallada, Bauern, Bonzen und Bomben; Joseph Hergesheimer, Das Pariser Abendkleid; H.R. Knickerbocker,
Der rote Handel droht!; Kurt Tucholsky, Schloß Gripsholm und Lerne lachen ohne zu weinen.

1932 Februar: Der Verlag hat einen neuen Weltbestseller: Hans Falladas Kleiner Mann – was nun? Das Buch trägt zur Sanierung
des angeschlagenen Verlags bei und erreicht bis 1943 eine Gesamtauflage von 188000 Exemplaren (ohne Lizenzausgaben).
Übersetzungen in mehr als zwanzig Sprachen folgen, dazu ein Hörspiel und sogar zwei Verfilmungen in den USA und in Deutschland. In diesem Jahr erscheinen 46 Titel, darunter: Ulrich Becher, Männer machen Fehler; Bernard von Brentano, Der Beginn der Barbarei in Deutschland; Albert Ehrenstein, Mein Lied; Konrad Heiden, Geschichte
des Nationalsozialismus; Ernest Hemingway, In unserer Zeit; H. R. Knickerbocker, Deutschland – so oder so?; Walther Kiaulehn,
Lehnaus Trostfibel und Gelächterbuch; Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften (Bd. 2); René Schickele, Die Grenze; Thomas Wolfe, Schau heimwärts, Engel!

1933 Februar: Der Verlag wird von einem SA-Kommando heimgesucht. 10. Mai: Auf der Basis der ersten «Schwarzen Listen» finden die Bücherverbrennungen statt. Davon betroffen sind u.a. die Rowohlt-Autoren Heinrich Eduard Jacob, Emil Ludwig, Kurt Tucholsky. Andere Autoren wie Franz Blei, Bruno Frank oder Wilhelm Speyer emigrieren oder sprechen sich wie Ernest Hemingway offen gegen die Diktatur aus. Sie alle werden verboten. In diesem Jahr erscheinen 29 Titel, darunter: Italo Balbo, Fliegerschwärme über dem Ozean; Kurt Caro/Walter Oehme, Schleichers Aufstieg; Mascha Kaléko, Das lyrische Stenogrammheft; Hubert Mumelter, Ski-Fibel; Alfred Polgar, Ansichten; Joachim Ringelnatz, 103 Gedichte; Ernst von Salomon, Die Kadetten; Wilhelm Scheuermann,
Woher kommt das Hakenkreuz?; Erwin Topf, Die grüne Front; Ein Volk steht auf – 53 Tage nationaler Revolution.

1934 Um die Lektoren Paul Mayer und Franz Hessel zu schützen, wird Ernst von Salomon offiziell als Lektor eingestellt – nachdem er bereits im Vorjahr Gutachten für den Verlag geschrieben hatte. Etwas später kommt Friedo Lampe hinzu. In diesem Jahr erscheinen achtzehn Titel, darunter: Hans Fallada, Wer einmal aus dem Blechnapf frißt; Heinrich Eduard Jacob, Sage und Siegeszug des Kaffees; Friedo Lampe, Am Rande der Nacht; Sinclair Lewis, Das Kunstwerk.

1935 1. April: Umzug des Verlags in die Eislebener Str., Berlin W 50. 5. Juni: Abberufung des Mitgeschäftsführers Walter Kahnert auf eigenen Wunsch. In seiner Nachfolge wird Fritz Hoffmeier zum Prokuristen ernannt,
neuer Mitgeschäftsführer wird der Leipziger Gesellschafter Kurt Jahn. Juli: Rowohlt wird ultimativ aufgefordert,
seine jüdischen Lektoren Paul Mayer und Franz Hessel zu entlassen. Paul Mayer verlässt den Verlag im März 1936, Franz Hessel wird im Auftrag des Auswärtigen Amtes als Übersetzer und illegal als Lektor weiterbeschäftigt. Beide emigrieren 1938. Oktober: Die erste verlegerische Glanztat Heinz Ledigs: Auf sein Drängen hin bringt Ernst Rowohlt William Faulkners Licht im August heraus. Für dieses Werk erhält Faulkner 1949 den Literaturnobelpreis. In diesem Jahr erscheinen insgesamt 24 Titel, darunter: Mascha Kaléko, Kleines Lesebuch für Große; Joachim Ringelnatz, Der Nachlaß; Jules Romains, Die guten Willens sind (Bd. 1 und 2, bis 1938 folgen fünf Bände).

1936 Februar: Die Geschäftsanteile von Fritz Koch und damit die Mehrheit an der Rowohlt Verlag GmbH werden von der Ullstein AG und damit dem Eher-Konzern übernommen. August: Thomas Wolfe weilt in Berlin, um seine Tantiemen auszugeben und der Olympiade beizuwohnen. Die hier gesammelten Eindrücke verarbeitet er in seinem Roman Es führt kein Weg zurück (deutsche Erstausgabe 1950). In diesem Jahr erscheinen insgesamt 29 Titel, darunter: Clarence Day, Unser Herr Vater; William Faulkner, Wendemarke; Sigismund von Radecki, Nebenbei bemerkt; Urban Roedl, Adalbert Stifter; Gábor von Vaszary, Monpti; Thomas Wolfe, Von Zeit und Strom.

1937 23. Juni: Rowohlt feiert seinen 50. Geburtstag in Carwitz bei Hans Fallada, bei der Nachfeier in Berlin sind u.a. Mascha Kaléko, Walther Kiaulehn, Theodor Eschenburg anwesend. In diesem Jahr erscheinen zwanzig Novitäten, darunter: Hans Fallada, Wolf unter Wölfen; Peter Fleming, Tataren-Nachrichten; Friedo Lampe, Septembergewitter; Günther Weisenborn, Die Furie; Thomas Wolfe, Vom Tod zum Morgen.

1938 Juli: Ernst Rowohlt wird wegen «Tarnung jüdischer Schriftsteller» aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und erhält damit ein Berufsverbot. 20. Oktober: Offizielle Bekanntgabe der Angliederung der Rowohlt Verlag GmbH an die Deutsche Verlags-Anstalt AG. Ernst Rowohlt wird auf eigenen Wunsch als Geschäftsführer abberufen. Diese Funktion wird Heinz Ledig übertragen. 19. November: Nach dem Erlebnis der Reichspogromnacht und einem Hetzartikel gegen jüdische Autoren und ihre Verleger im «Schwarzen Korps» verlässt Ernst Rowohlt Deutschland. Über Zwischenaufenthalte in der Schweiz geht es nach Brasilien, wo er bis Oktober 1940 bleibt. In diesem Jahr erscheinen 28 Titel (davon noch elf Übersetzungen), darunter: Hans Fallada, Geschichten aus der Murkelei und Der eiserne Gustav; William Faulkner, Absalom, Absalom!; Walther Kiaulehn, Lesebuch für Lächler; Wolfgang Weyrauch, Strudel und Quell.

1939 1. Januar: Aufnahme der Geschäftstätigkeit im Verlagsgebäude der DVA in Stuttgart, Neckarstr. 121/123. In Berlin verbleibt zunächst eine Zweigstelle in der Mackensenstr. 17, Berlin W 30. 20. Februar: Nach der endgültigen Übernahme der letzten Geschäftsanteile wird Rowohlt hundertprozentige Tochtergesellschaft
der DVA, bleibt aber eigenständig. Der bisherige Mitgeschäftsführer Kurt Jahn scheidet zugunsten des Reichskulturwalters Franz Moraller aus. Dieser wird am 29. Juli 1940 abberufen. In diesem Jahr erscheinen insgesamt zehn Titel, darunter: Rudolf Brunngraber, Opiumkrieg; Frederic Prokosch, Sieben auf der Flucht; Sigismund von Radecki, Alles Mögliche.

1940 In diesem Jahr erscheinen insgesamt neun Titel, darunter: Hans Fallada, Kleiner Mann, großer Mann – alles vertauscht; Kurt Kusenberg, La Botella und andere seltsame Geschichten; Leo Slezak, Rückfall.

1941 Heinz Ledig wird zur Wehrmacht einberufen, sein heimgekehrter Vater ebenfalls. Beide nehmen am Russlandfeldzug teil; Ledig kehrt 1942 verwundet heim, Ernst Rowohlt wird im Juni 1943 als politisch unzuverlässig entlassen. In diesem Jahr erscheinen insgesamt neun Titel, darunter: Hans Fallada, Damals bei uns daheim; Erik Reger, Kinder des Zwielichts.

1942 17. Dezember: Der DVA-Direktor Joachim Schmidt übernimmt die Geschäftsführung des Rowohlt Verlags, die Prokura Fritz Hoffmeiers erlischt. In diesem Jahr erscheinen vier Titel, darunter: Kurt Kusenberg, Der blaue Traum und andere sonderbare Geschichten; Sigismund von Radecki, Wie kommt das zu dem?

1943 In diesem Jahr erscheint nur noch ein Titel: Hans Fallada, Heute bei uns zu Haus. 1. November:
Der Rowohlt Verlag wird geschlossen, die DVA übernimmt sämtliche Vermögen und Verbindlichkeiten sowie Heinz Ledig und seine Kollegen. Damit endet die zweite Periode der Verlagsgeschichte.
1945 6. November: Ledig-Rowohlt erhält von der amerikanischen Besatzungsbehörde die Lizenz für die Verlagsgründung in Stuttgart. Verlagsadresse: Am Hohengehren 9. Ledig-Rowohlt gewinnt Gustav Kilpper jun. als Mitarbeiter
und engagiert Hans Georg Brenner und Hans Reisiger als Lektoren.

1946 März: Das erste Heft der vierzehntäglich erscheinenden Zeitschrift «Pinguin» erscheint bei Rowohlt Stuttgart. Die Zeitschrift, angeregt von den Amerikanern, wendet sich an «junge Leute» und dient der Umerziehung. Als Herausgeber fungiert Erich Kästner. Die Auflage beträgt zunächst 50000, später 100000 Exemplare. Mit Heft 6/1949 gibt Rowohlt die Zeitschrift auf, die im Verlag Carl F. Schwab weiter erscheint. 27. März: Ernst Rowohlt erhält von der britischen Militärregierung die Lizenz für die Verlagsgründung in Hamburg. Erste Verlagsadresse: Große Bleichen 42 (im Broschekhaus, Zimmer 318); im Juli bezieht der Verlag eigene Räume in der Rathausstraße 27, II. Stock. Kurt W. Marek wird Lektor des Hamburger Verlags. August: Die erste Ausgabe von «story» erscheint. Die Monatszeitschrift im halben Zeitungsformat, herausgegeben
von Ledig-Rowohlt, präsentiert «Erzähler des Auslands». Im 4. Jahrgang 1949 ändert sich mit Heft 9 das Format, mit Heft 10 auch das Konzept (nun werden auch Erzählungen deutscher Autoren aufgenommen). September: Auf Antrag Hans Georg Brenners erhält der Rowohlt Verlag ebenfalls eine französische Lizenz; in Baden-Baden wirkt Kurt Kusenberg.
Die ersten Bücher im Rowohlt Verlag Stuttgart–Hamburg: Alexander Borelius (Pseudonym für Richard von Frankenberg), Fatum und Freiheit. Eine Vivisektion; Paul Distelbarth, Franzosen und Deutsche. Bauern und Krieger; Erich Kästner, Bei Durchsicht meiner Bücher; Ernst Kreuder, Die Gesellschaft vom Dachboden; Joachim Ringelnatz: Überall ist Wunderland, hg. von Charlotte Deuritz und H.M. Ledig-Rowohlt; Kurt Tucholsky, Gruß nach vorn, hg. von Erich Kästner. In Hamburg verwirklicht Ernst Rowohlt eine Idee von Ledig-Rowohlt: Romane als Zeitungsdrucke, «RO-RO-RO» genannt. Die Auflage beträgt jeweils 100000 Exemplare, die sofort vergriffen sind. 1946 erscheinen die ersten vier Nummern: Alain-Fournier, Der große Kamerad; Joseph Conrad, Taifun; Ernest Hemingway, In einem andern Land; Kurt Tucholsky, Schloß Gripsholm.

1947 23. Juni: Ernst Rowohlt feiert seinen 60. Geburtstag in Stuttgart.
Zu diesem Anlass erscheint als Privatdruck: ROwohlts ROtblonder ROman. Eine Story in Gedichten, Briefen, Fragmenten und Dokumenten aus dem Leben des Autorenvaters. 4.–8. Oktober: Ernst Rowohlt nimmt am 1. Deutschen Schriftsteller-Kongress in Berlin teil. 14. November: Lizenz für die sowjetische Zone; die Berliner Dependance in der Friedrichstraße 194/95 leitet Mary Gerold-
Tucholsky. Damit ist Rowohlt als einziger Verlag in allen Besatzungszonen vertreten. Das Berliner Büro besteht bis 1950. 21. November: Uraufführung von Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür an den Hamburger Kammerspielen, einen Tag nach dem Tod des Dichters. 1947 erscheinen elf Bücher, die wichtigsten: Gerhard Boldt, Die letzten Tage der Reichskanzlei; Wolfgang Borchert, An diesem Dienstag; Hans Habe, Ob tausend fallen. In der Reihe «Flugschriften zur Zeit» erscheinen politische Essays von Kurt Hiller und Erik Reger; die Reihe der Rotationsromane wird mit Titeln von André Gide, Erich Kästner, Theodor Plievier u.a. fortgesetzt.

1948 26. Juni: Währungsreform, die den Verlag in eine finanzielle Krise stürzt. Kurt Busch, Kriegskamerad Ernst Rowohlts, wird Prokurist im Verlag. Die Buchproduktion umfasst sechzehn Titel, dazu sechs Ausgaben von RO-RO-RO und zwei Hefte der Reihe RO-RO-Druck, darunter Hjalmar Schachts Abrechnung mit Hitler, die eine heftige Debatte auslöst.

1949 Juni: Auf Einladung
der US-Regierung ist Ledig-Rowohlt in New York, um sich über die amerikanische Taschenbuch-Produktion zu informieren. Edgar Friederichsen (Herstellung) und Karl Hans Hintermeier (Vertrieb) treten in den Verlag ein. Im Programm des Buchverlags befinden sich erstmals Werke von Jean-Paul Sartre (gleich drei Titel, darunter Der Ekel) und Simone de Beauvoir, das Gesamtwerk Wolfgang Borcherts (ein Longseller, inzwischen knapp 1 Million Exemplare) und mit Arno Schmidts Debüt Leviathan und der von Wolfgang Weyrauch herausgegebenen Anthologie Tausend Gramm erstmals Werke der deutschen Gegenwartsliteratur. Die Nachkriegszeit geht zu Ende: Die letzten zwölf Rotationsromane
im Zeitungsformat erscheinen, sie finden bei weitem nicht mehr den reißenden Absatz der früheren Jahre. Die neuen Ansprüche an Ausstattung, Druck- und Papierqualität erfüllt das Sachbuch Götter, Gräber und Gelehrte: C.W. Cerams «Roman der Archäologie» saniert den Verlag und beschert ihm einen Jahrhundert-Bestseller. Die erste Auflage ist sofort vergriffen, das Buch erlebt zahlreiche Nachauflagen und ist auch im Ausland ein Erfolg. Allein in Deutschland erreicht der Longseller eine Gesamtauflage von mehr als zwei Millionen Exemplaren.

1950 17. Juni: Erstverkaufstag für die ersten vier rororo-Taschenbücher: Hans Fallada, Kleiner Mann – was nun?; Graham Greene, Am Abgrund des Lebens; Rudyard Kipling, Das Dschungelbuch; Kurt Tucholsky, Schloß Gripsholm. Die Auflage beträgt je 50000 Exemplare, der Preis je 1,50 DM. Bis Mitte Oktober folgen weitere acht Bände, die Gesamtauflage beträgt zu diesem Zeitpunkt 620000 Exemplare. August: Zusammenführung aller Verlagsniederlassungen in der Hamburger Rowohlt Verlag GmbH, die sich nach Abfindung der alten Teilhaber in ausschließlichem Besitz von Ernst Rowohlt und Heinrich Maria Ledig befindet. Letzterer kommt mit seinen Mitarbeitern nach Hamburg und wird zum zweiten alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer bestellt. Kurt Busch (Verwaltung) und Edgar Friederichsen (Herstellung) erhalten die Prokura, etwas später auch Karl Hans Hintermeier. Zum Jahresende zieht der vergrößerte Verlag zum Reesendamm 3, Hamburg 4, um. 9. November: Da sich das Komitee im Vorjahr nicht einigen konnte, erhält William Faulkner erst jetzt den Literaturnobelpreis für 1949. Simone de Beauvoir, Amerika – Tag und Nacht; Hans Fallada, Der Trinker; Ernest Hemingway, 49 Stories; Walter Jens, Nein – Die Welt der Angeklagten; Jacques Prévert, Gedichte und Chansons; Jean-Paul Sartre, Was ist Literatur?; Wolfgang Weyrauch, An die Wand geschrieben; Thomas Wolfe, Es führt kein Weg zurück.

1951 Januar: Rowohlt schreibt den ersten rororo-Schaufensterwettbewerb aus. Mai: Ernst von Salomon löst mit seiner Autobiographie Der Fragebogen eine heftige Diskussion über die Aufarbeitung
der NS-Zeit in der Bundesrepublik aus. Das Buch entwickelt sich zum ersten Bestseller der BRD, von dem allein im ersten Jahr über 150000 Exemplare verkauft wurden. Achmed Amba, Ein Mensch sieht Stalin; Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht; Ernest Hemingway, Haben und Nichthaben/Über den Fluß und in die Wälder; Walter Mehring, Arche Noah SOS; Jean-Paul Sartre, Der Pfahl im Fleische.

1952 1. März: Als 50. Taschenbuchband erscheint rorotucholsky, eine «Auswahl aus Scherz, Satire und Ironie». Die Gesamtauflage beträgt zu diesem Zeitpunkt 3 Mio. Exemplare, von denen 2,8 Mio. Bücher verkauft wurden. Kurt W. Marek verlässt den Verlag, um als freier Autor arbeiten zu können. In diesem Jahr erscheinen u.a. Nelson Algren, Der Mann mit dem goldenen Arm; Paul Bowles, Himmel über der Wüste; Jean Effel, Die Erschaffung der Welt; Ernest Hemingway, Der alte Mann und das Meer; Walter Mehring, Die verlorene Bibliothek; Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts/Das Spiel ist aus.

1953 1. Januar: Gründung der Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH als hundertprozentige Tochter der Rowohlt Verlag GmbH, parallel dazu Löschung der Stuttgarter Verlag GmbH. Neuer Verlagssitz ist seit Ende 1952 Bieberstraße 14, Hamburg 13. Albert Camus, Der Mensch in der Revolte; Ludwig Marcuse, Pessimismus; Henry Miller, Wendekreis des Krebses/Wendekreis des Steinbocks (Verkauf nur gegen Altersnachweis); Raymond Peynet, Aus lauter Liebe; Gregor von Rezzori, Maghrebinische
Geschichten; James Thurber, Die letzte Blume; Günther Weisenborn, Der lautlose Aufstand; Thomas Wolfe, Geweb und Fels.

1954 28. Oktober: Ernest Hemingway erhält den Literaturnobelpreis. Im Buchverlag erscheinen u.a. Paul Distelbarth, Rußland heute; Ernest Hemingway, Die grünen Hügel Afrikas; Hans Henny Jahnn, Neuer Lübecker Totentanz; Ernst Kreuder, Herein ohne anzuklopfen; Henry Miller, Schwarzer Frühling; Jean-Paul Sartre, Dramen; Friedrich Sieburg, Die Lust am Untergang; Steinberg’s Umgang mit Menschen.

1955 14. Juli: Da Ernst Rowohlt zunehmend mit Erkrankungen zu kämpfen hat, wird die Verlagsführung auf die Schultern von Heinz Ledig und seinen engsten Mitarbeitern verlagert. Kurt Busch und Siegfried Buchenau (ein Mitarbeiter Ernst Rowohlts aus der Berliner Zeit) werden in die Geschäftsführung beider Gesellschaften aufgenommen. September: Start der Taschenbuch-Reihe «rowohlts deutsche enzyklopädie» (rde) mit Hans Sedlmayer, Die Revolution der modernen Kunst. Herausgeber ist Ernesto Grassi. 27. Oktober: Der Isländer Halldór Laxness erhält den Literaturnobelpreis. Sein Roman Atomstation erscheint noch im gleichen Jahr als rororo 162. Simone de Beauvoir, Die Mandarins von Paris; C. W. Ceram, Enge Schlucht und Schwarzer Berg; Lion Feuchtwanger, Spanische Ballade; Jean Genet, Querelle; George Grosz, Ein kleines Ja und ein großes Nein; Walter Jens, Der Mann, der nicht alt werden wollte; Friedo Lampe, Das Gesamtwerk; Arthur Miller, Brennpunkt; Robert Musil, Tagebücher, Aphorismen, Essays und Reden.

1956 Oktober: Der 200. rororo-Band erscheint, die Gesamtauflage beträgt mittlerweile 19,5 Mio. Exemplare. Davon entfallen 1,5 Mio. Bücher auf die Reihe rde. 17. Dezember: Karl Hans Hintermeier und Edgar Friederichsen rücken in die Geschäftsführung der Rowohlt Verlag bzw. Taschenbuch Verlag GmbH nach, Annelotte Becker-Berke, rechte Hand Ledigs, erhält die Prokura. Kurt Kusenberg, Lob des Bettes; Tibor Mende, Gespräche mit Nehru; Henry Miller, Der Koloß von Maroussi; Morus, Eine Weltgeschichte der Sexualität; Walt Whitmans Werk.

1957 Januar: Die ersten 500000 Exemplare von Cerams Götter, Gräber und Gelehrte sind verkauft. 1. Februar: Eintritt von Klaus Juncker, der den Bühnenvertrieb reaktiviert und zum Rowohlt Theater Verlag ausbaut. April: Start der Taschenbuch-Reihe «Rowohlts Klassiker der Literatur und Wissenschaft» (rk) mit Platon, Sämtliche Werke (Band 1); Gracián, Criticón; Vigny, Glanz und Elend des Militärs; Shakespeare, Romeo und Julia. Herausgeber ist wiederum Ernesto Grassi. 17. Oktober: Albert Camus erhält den Literaturnobelpreis. Im Buchverlag erscheinen u.a. Albert Camus, Der Fall; Ernest Hemingway, Die Sturmfluten des Frühlings/Tod am Nachmittag; Halldór Laxness, Salka Walka.

1958 März: Start der Taschenbuch-Reihe «rowohlts monographien» (rm) mit Curt Hohoff, Heinrich von Kleist in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Herausgeber ist Kurt Kusenberg. 20. September: Parallel zur Frankfurter Buchmesse feiert der Rowohlt Verlag sein fünfzigjähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt ist der 200. rororo-Band erschienen, die Gesamtauflage aller rororos beträgt mehr als 19,5 Mio. Exemplare. Peter Rühmkorf tritt ins Lektorat ein und wird zugleich Rowohlt-Autor. Ulrich Becher, Männer machen Fehler; Albert Camus, Der Mensch in der Revolte; Louis-Ferdinand Céline, Reise ans Ende der Nacht; John Cheever, Die lieben Wapshots; Lawrence Durrell, Justine; Mascha Kaléko, Verse für Zeitgenossen; Henry Miller, Big Sur und die Orangen des Hieronymus Bosch.

1959 10. Juli: Horst Varrelmann und Erwin Steen erhalten die Prokura für die Rowohlt Verlag bzw. Taschenbuch Verlag GmbH. 13. Oktober: Ernst Rowohlt wird wegen seiner «Verdienste um die moderne anglo-amerikanische Literatur» mit der Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig ausgezeichnet. Samuel Beckett, Murphy; Albert Camus, Dramen; Jack Kerouac, Unterwegs – On the Road; Vladimir Nabokov, Lolita; Raymond Peynet, Das Rendezvous der Liebe; Peter Rühmkorf, Irdisches Vergnügen in g; Italo Svevo, Zeno Cosini.
1960 April: Henry Miller, erstmals seit 1928 wieder in Deutschland, besucht den Rowohlt Verlag. Mai: Der Verlag zieht um nach Reinbek; das neue Haus wurde von dem Hamburger Architekten Fritz Trautwein entworfen. Fritz J. Raddatz tritt in das Lektorat ein. Der Rowohlt Taschenbuch Verlag beteiligt sich mit 40 Prozent an der Hamburger Druckerei-Betriebs-GmbH, die ihrerseits 60 Prozent der Druckerei Clausen & Bosse erwirbt. 1. Dezember: Ernst Rowohlt stirbt. Er vermacht seine Anteile seinem Sohn Harry Rowohlt, überträgt aber gleichzeitig H.M. Ledig-Rowohlt zwei Prozent, sodass dieser nun mit 51 Prozent Mehrheitsgesellschafter wird. D.H. Lawrence, Lady Chatterley; Kurt Tucholsky, Gesammelte Werke, Band 1, herausgegeben von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz.

1961 August: Zur Bundestagswahl erscheint das von Martin Walser herausgegebene Taschenbuch Die Alternative oder Brauchen wir eine neue Regierung? in einer Auflage von 50000 Exemplaren; noch im selben Monat müssen 25000 nachgedruckt werden. Auf diesem Grundstein errichtet Raddatz die Reihe «rororo aktuell». Hans Georg Heepe, bisher Werkstudent im Rowohlt Theater Verlag, wird im Herbst im Buchverlag fest angestellt. Oktober: Rowohlt startet die kartonierte Reihe «Rowohlt Paperback» mit vier Titeln: Claude Eatherly und Günther Anders, Off limits für das Gewissen; Ödön von Horváth, Stücke; Ein Henry Miller Lesebuch; Ernst Toller, Prosa, Briefe, Dramen, Gedichte. Im Taschenbuch Verlag erscheinen die ersten «rororo thriller». Die letzten rororo-Bände mit Leinenrücken, der den Taschenbüchern
den Charakter eines «richtigen» Buches verleihen sollte. Ab rororo Nr. 451 entfiel der Stoffstreifen. Halldór Laxness, Das Fischkonzert; Arthur Miller, Nicht gesellschaftsfähig.

1962 Februar: Hanns Grössel übernimmt (bis Februar 1966) die Leitung der Übersetzungsabteilung. April: Neuer Herausgeber von «rororo thriller» wird Richard K. Flesch. Die anfangs auf gelbem Papier gedruckten Taschenbücher werden schnell zu Markenartikeln. Zu den bekanntesten Autoren gehören Maj Sjöwall und Per Wahlöö, Janwillem van de Wetering, Harry Kemelman und das Duo Boileau/Narcejac. Bis die «rororo thriller» im Jahr 2000 in die allgemeine Belletristik integriert werden, erscheinen 1353 Titel in einer Gesamtauflage von über 30 Millionen Exemplaren. Jaroslav Hašek, Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk;
Harper Lee, Wer die Nachtigall stört …; Hans Mayer, Ansichten. Zur Literatur der Zeit; Hans Werner Richter (Hg.), Almanach der Gruppe 47 1947–1962; Jean-Paul Sartre, Das Sein und das Nichts.

1963 Januar: Klaus Juncker wird Leiter des Rowohlt Theater Verlags. 20. Februar: Uraufführung von Rolf Hochhuths Drama Der Stellvertreter an der Freien Volksbühne, Berlin; Regie: Erwin Piscator. Die Buchausgabe wird erst am Vorabend einzeln an bestimmte Theaterkritiker ausgeliefert, um einem Verbot der Aufführung vorzubeugen. Der Stellvertreter wurde von mehr als 80 Theatern in 26 Ländern aufgeführt, Gesamtauflage: über 500000 Exemplare. 4. Oktober: Uraufführung des Films Schloß Gripsholm von Kurt Tucholsky. Dezember: James Baldwin, Giovannis Zimmer und Schwarz und Weiß oder Was es heißt, ein Amerikaner zu sein; Katherine Anne Porter, Das Narrenschiff; Arno Schmidt, Nobodaddy’s Kinder.

1964 Oktober: Jean-Paul Sartre lehnt die Annahme des Literaturnobelpreises ab. Das Gartenfest von Václav Havel kommt am 2.10. im Berliner Schiller-Theater auf die Bühne. 2. November: Deutschsprachige Erstaufführung
von Joe Ortons Seid nett zu Mr. Sloane im Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Es erscheint Band 100 der «rororo monographien
»: Johann Wolfgang von Goethe. Dieser Band wurde bis Ende 2007 195000-mal verkauft. Die Topseller der Reihe: Bertolt Brecht 172000, Franz Kafka 200000, Hermann Hesse 223000 Exemplare. Gisela Elsner, Die Riesenzwerge; Marcel Jouhandeau, Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Band 1; L. L. Matthias, Die Kehrseite der USA; Anne Philipe, Nur einen Seufzer lang. 1965 April: In der «thriller»-Reihe erscheint Hansjörg Martins erster Kriminalroman Gefährliche Neugier. Damit wird eine neue Tradition deutschsprachiger Gegenwartskrimis begründet. 14. September: Wolf Vostell und Joseph Beuys veranstalten zur Buchpremiere der Dokumentation Happenings. Fluxus, Pop Art, Nouveau Réalisme in der Eingangshalle des Reinbeker Verlagshauses ein Happening. Hubert Fichte, Das Waisenhaus; Jean Genet, Querelle (erste allgemein zugängliche Buchhandelsausgabe); Jean-Paul Sartre, Die Wörter.

1966 Februar: Unter dem Slogan «Koche froh mit rororo!» erscheinen die ersten Taschen-Kochbücher von Ulrich Klever, Sybil Gräfin Schönfeldt und dem Fernsehkoch Clemens Wilmenrod. September: Neu im Lektorat der Schriftsteller Hermann Peter Piwitt. Robert Musils Novelle Die Verwirrungen des Zöglings Törleß wird unter dem Titel Der junge Törleß von Volker Schlöndorff verfilmt. Konrad Bayer, Der sechste Sinn; Betty Friedan, Der Weiblichkeitswahn oder Die Mystifizierung der Frau; Pierre Klossowski, Die Gesetze der Gastfreundschaft; Friederike Mayröcker, Tod durch Musen; Oscar Wilde, Briefe Band 1 und 2. 1967 Februar: Die neue Taschenbuchreihe «rororo theater» erscheint. Der erste Band: Jean-Paul Sartre, Die Fliegen. Die schmutzigen Hände. Mai: Die neue Reihe «rororo sachbuch» startet mit dem Titel Formeln zur Macht von Wilhelm Fucks. Neuer Lektor und Leiter der Übersetzungsabteilung wird Helmut Frielinghaus. 18. Oktober: Alan Ayckbournes Komödie Halbe Wahrheiten kommt im Hamburger Thalia-Theater auf die Bühne und wird von 59 Theatern nachgespielt. Dezember: Das «rororo sachbuch» Unser blauer Planet von Heinz Haber ist das erste durchgehend vierfarbig gedruckte Taschenbuch auf dem Markt. 1. Dezember: Time Inc., New York, erwirbt einen Anteil von 331/3Prozent am Rowohlt Taschenbuch Verlag. Dank dieser Transaktion kann der Taschenbuch Verlag die restlichen 60 Prozent Anteile am Kapital der Hamburger Druckerei-Betriebs-GmbH übernehmen;
diese erhöht ihre Beteiligung am Kommanditkapital von Clausen & Bosse auf 80 Prozent. Eric Berne, Spiele der Erwachsenen; Eric Malpass, Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung; Gerhard Rühm (Hg.), Wiener Gruppe. Achleitner, Artmann, Bayer, Rühm, Wiener. Texte, Gemeinschaftsarbeiten, Aktionen; Peter Rühmkorf, Über das Volksvermögen.

1968 In diesem Jahr erscheinen 15 «aktuell»-Bände, darunter der Spitzentitel Rebellion der Studenten oder Die neue Opposition von Uwe Bergmann, Rudi Dutschke u.a. April: Hermann Gieselbusch, der erste Sachbuchlektor im Rowohlt Taschenbuch Verlag, tritt sein Amt an. Der gesamte nichtpolitische Programmsektor – Handbuch, Ratgeber, Kochbuch, Sachbuch – entwickelt sich so rapide, dass eine Sachbuchredaktion aufgebaut werden muss. Juli: Fritz J. Raddatz wird Geschäftsführer. September: Begründung der Reihe «rororo sexologie», in der 42 Bände erscheinen. Hubert Fichte, Die Palette; Henry Miller, Stille Tage in Clichy; Vladimir Nabokov, Fahles Feuer; Hubert Selby, Letzte Ausfahrt Brooklyn; Susan Sontag, Kunst und Antikunst; Tom Wolfe, Das bonbonfarbene tangerinrot-gespritzte Stromlinienbaby.

1969 22. Januar: Im Verlag findet die erste Betriebsversammlung statt, auf der die Belegschaft
die Wahl eines Betriebsrats beschließt. Die vier eingeladenen Geschäftsführer des Familienunternehmens äußern sich dagegen, Harry Rowohlt engagiert sich dafür. Der erste Betriebsrat tritt am 2. April zusammen. Mai: Band 1 der von Gerhard Szczesny in Zusammenarbeit mit den Dritten Programmen des deutschen Fernsehens herausgegebenen Reihe «rororo tele» erscheint: Roland Fuchshuber, Wir machen ein Programm. Eine Einführung in die Praxis der Datenverarbeitung.
Ab Oktober verstärkt Wolfgang Müller die Redaktion; bis 1974 erscheinen 55 Titel. 21. August: Die bald so benannte «Ballonaffäre» braut sich zusammen, die in der Geschäftsführung und im Lektorat zu tiefgreifenden Änderungen führt: Vertriebschef Karl Hans Hintermeier und Cheflektor Fritz J. Raddatz scheiden aus dem Verlag aus. Rowohlt verzichtet, nachdem Demonstrationen und Störungen angekündigt sind, auf eine Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse. September: Mathematik erscheint als erster Band der Reihe «Das farbige LIFE Bildsachbuch». 1. November:
Matthias Wegner tritt in Reinbek als neuer Geschäftsführer und Stellvertreter des Verlegers an. Im Rahmen der «rororo klassiker» startet die schwarzrote Reihe Texte des Sozialismus und Anarchismus 1800–1950. Dezember: Das «rororo sachbuch» Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. Das Beispiel Summerhill von A. S. Neill erscheint und wird schnell zu einem der größten Taschenbuch-Bestseller. Simone de Beauvoir, Eine gebrochene Frau; Ernesto «Che» Guevara, Aufzeichnungen aus dem kubanischen Befreiungskrieg 1956–1959 (Einleitung von Fidel Castro); Walter Kempowski, Im Block; John Updike, Ehepaare; James D. Watson, Die Doppelhelix; Oswald Wiener, Die Verbesserung von Mitteleuropa.
1970 Oktober: Herausgeber von «rororo aktuell» wird Freimut Duve. Das in den Keller des Reinbeker Kino-Theaters ausgelagerte Archiv der Rowohlt Verlage wird in der Nacht vom 25. auf den 26. 10. bei einem Brand fast vollständig vernichtet. Edward de Bono, In 15 Tagen Denken lernen; Elfriede Jelinek, wir sind lockvögel, baby!; Laurence J. Peter und Raymond Hull, Das Peter Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen; Horst-Eberhard Richter, Patient Familie; Philip Roth, Portnoys Beschwerden.

1971 6. März: In den Reinbeker Verlagsräumen drängen sich Hunderte von prominenten Gästen und Medienvertretern:
Bundeskanzler Willy Brandt besucht Rowohlt. 19. Mai: Die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck erwirbt 26 Prozent der Anteile an der Rowohlt Verlag GmbH. Matthias Wegner übernimmt die Leitung des Taschenbuch-Verlags. 9. Juni: Sanford J. Greenburger, der Rowohlt seit den zwanziger Jahren in New York vertreten hat, stirbt. Sein Sohn Francis tritt die Nachfolge an. Ab Oktober erscheint das Techniklexikon in 52 Bänden. Julius Fast, Körpersprache; Jane van Lawick-Goodall, Wilde Schimpansen; A. S. Neill, Die grüne Wolke.

1972 Der Herstellungsleiter Edgar Friederichsen scheidet nach 22 Jahren aus; sein Nachfolger wird Erwin Steen. Januar: Der erste Amerikaner von C. W. Ceram wird schlagartig ein Superbestseller. April: In der Reihe «das neue buch» (dnb) erscheinen deutsche Erst- oder Originalausgaben. Band 1 ist Die Jahre, die Ihr kennt von Peter Rühmkorf. Beginn der Kinder-Taschenbuch-Reihe «rotfuchs». Die beiden ersten Titel: Die große Elefanten-Olympiade von Angela Hopf und Tischlein deck dich und Knüppel aus dem Sack von F. K. Waechter. Bis heute sind über 1200 «rotfuchs»-Titel erschienen. 4. Mai: Uraufführung von Hochhuths Hebamme zeitgleich in Zürich, München, Essen, Göttingen, Kassel, Wiesbaden. Mit Rechtssoziologie I von Niklas Luhmann beginnt die neue Reihe «rororo studium». 17. Dezember: Deutschsprachige Erstaufführung von Harold Pinters Betrogen am Wiener Burgtheater. Horst-Eberhard Richter, Die Gruppe; F. K. Waechter und Bernd Eilert, Die Kronenklauer.

1973 Dezember: Das Rock-Lexikon von Barry Graves und Siegfried Schmidt-Joos erscheint, ein Standardwerk, das immer wieder aktualisiert und erweitert wird und bis Ende 2007 (zweibändig) eine Gesamtauflage von 520000 Exemplaren erreicht hat. Thomas A. Harris, Ich bin o. k. – Du bist o. k.; Thomas Pynchon, Die Versteigerung von Nº 49; Klaus Staeck, Die Reichen müssen immer noch reicher werden. 1974 September: In Zusammenarbeit mit dem Braunschweiger Verlag erscheint die naturwissenschaftliche Reihe «rororo vieweg». James Herriot, Der Doktor und das liebe Vieh; Vladimir Nabokov, Ada oder Das Verlangen; Horst E. Richter, Lernziel Solidarität. 1975 Februar: Innerhalb der Reihe «rororo aktuell» startet das Magazin «Technologie und Politik», wovon bis 1985 22 Ausgaben erscheinen. Rolf Dieter Brinkmann,
Westwärts 1 & 2. Gedichte; Ivan Illich, Selbstbegrenzung; Doris Lessing, Der Sommer vor der Dunkelheit; Jürg Willi, Die Zweierbeziehung.

1976 Carl Amery, Natur als Politik. Die ökologische Chance des Menschen; Nicolas Born, Die erdabgewandte Seite der Geschichte; E. L. Doctorow, Ragtime; Reiner Kunze, Sensible Wege; Robert Musil, Tagebücher I und II.

1977 Januar: Die ersten Bände von «rororo sport» erscheinen: Skisport, Skilanglauf, Schwimmen. Die «sport»-Reihe schickt bis 2006 insgesamt 331 Titel ins Rennen und erreicht eine Gesamtauflage von 6,2 Millionen Exemplaren. November: Die Reihe «rororo neue frau» startet. In den 20 Jahren, bis diese Reihe 1997 in die «Allgemeine Reihe» der rororo-Taschenbücher integriert wird, erscheinen rund 250 Bände, darunter Die Farbe Lila von Alice Walker. Dezember: Dem spanischen Lyriker Vicente Aleixandre wird der Nobelpreis zuerkannt, der bereits 1963 als «Rowohlt Paperback» erschienene Band Nackt wie der glühende Stein wird neu aufgelegt. Wilhelm Genazino, Abschaffel; Raymond A. Moody, Leben nach dem Tod; Hans Joachim Schädlich, Versuchte Nähe; Wolfgang Schmidbauer, Die hilflosen Helfer.

1978 März: Innerhalb der «aktuell»-Reihe wird das Segment «frauen aktuell» eingerichtet. Der erste Titel: Die verkauften Bräute. Türkische Frauen zwischen Kreuzberg und Anatolien. 15. Mai: Uraufführung bei den Filmfestspielen in Cannes: Despair – Eine Reise ins Licht. R.W. Fassbinders Nabokov-Verfilmung. Dezember: Isaac Bashevis Singer bekommt den Nobelpreis. Seine Hauptwerke Jakob der Knecht (1965), Der Zauberer von Lublin (1967), Gimpel der Narr (1968), Satan in Goraj (1969), Mein Vater der Rabbi (1971) sind bei Rowohlt erschienen.
Jolan Chang, Das Tao der Liebe; Marilyn French, Frauen; Robert Havemann, Ein deutscher Kommunist; Rolf Hochhuth, Eine Liebe in Deutschland.

1979 3. Juni: Deutschsprachige Erstaufführung von Alan Ayckbourns Spaß beiseite, inszeniert von Peter Zadek, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Oktober: «rotfuchs»wird durch «panther» erweitert, eine neue Taschenbuchreihe für junge Leser «zwischen den Generationen». «panther» bringt es bis 1989 auf 143 Titel. Dezember: Wenige Wochen nach Erscheinen seines Romans Die Fälschung erliegt Nicolas Born am 7. 12. in Hamburg einem Krebsleiden. Elisabeth Dessai, Auf dem Weg in die kinderlose Gesellschaft; George Grosz, Briefe von 1913–1959; John Irving, Garp und wie er die Welt sah; Toni Morrison, Solomons Lied.

1980 April: «rororo elternrat» erscheint. Mai: «rororo anders reisen». Bis 1999 erscheinen 118 Titel. Juni: Start der von der «Spiegel»-Redaktion im Rowohlt Taschenbuch Verlag herausgegebenen Reihe «SPIEGEL Bücher». Dezember: «Zwischen den Jahren» liefert der Rowohlt Taschenbuch Verlag in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Klaus Manns verbotenen Roman Mephisto «unverlangt» an den Sortimentsbuchhandel aus. Barbara Beuys, Familienleben in Deutschland; Robert Musil, Briefe; Reimar Oltmanns, Du hast keine Chance, aber nutze sie; Jean-Paul Sartre, Der Idiot der Familie.

1981 Februar: Mit Fidelio und Don Giovanni beginnt die Reihe der «rororo opernbücher», in Zusammenarbeit
mit dem Bühnen- und Musikverlag Ricordi. Mai: Herausgegeben vom Deutschen Museum München erscheint in der «sachbuch»-Reihe die Serie «Kulturgeschichte der Naturwissenschaften und der Technik», insgesamt 27 Bände. Oktober: In der Reihe «rororo sachbuch» erscheint Miteinander reden von Friedemann Schulz von Thun, ein Longseller. Bruce Chatwin, In Patagonien; Friedrich Christian Delius, Ein Held der inneren Sicherheit; Thomas Pynchon, Die Enden der Parabel; Anne-Marie Tausch, Gespräche gegen die Angst.

1982 1. März: Kurt Busch, 36 Jahre Geschäftsführer für Finanzen und Verwaltung, geht in den Ruhestand; sein Nachfolger wird im Mai Götz Reese. Erwin Steen, Leiter der Herstellung, wird zum Geschäftsführer bestellt. August: Mit dem Titel Mann-Sein. Identitätskrise und Rollenfindung des Mannes in der heutigen Zeit beginnt die «mann»-Reihe, die bis 1993 lebendig bleibt: 67 Titel, Gesamtauflage:
920000 Exemplare. Betty Edwards, Garantiert zeichnen lernen; Alfred Polgar, Kleine Schriften, Band 1 Musterung; Kurt Tucholsky, Unser ungelebtes Leben. Briefe an Mary.

1983 März: Zum 75-jährigen Bestehen des Verlags erscheint eine zehnbändige Jubiläumsbibliothek. 10. März: Zwei Tage vor seinem 75. Geburtstag verkauft H. M. Ledig-Rowohlt zeitgleich mit Harry und dessen Mutter Maria Rowohlt die restlichen Gesellschafteranteile der Familie an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. 11. April: Ledig-Rowohlt legt sein Amt als Geschäftsführer nieder. Matthias Wegner wird neuer Verlagsleiter. Elfriede Jelinek, Die Klavierspielerin; Heinar Kipphardt, Bruder Eichmann; Kenneth Blanchard und Spencer Johnson, Der Minuten-Manager.

1984 Januar: Start der Reihe «rororo computer»: die erste deutsche Taschenbuchreihe zum Thema. In der Reihe erscheinen 360 Bände mit einer Gesamtauflage von 6,5 Millionen Exemplaren. April: Die neue wissenschaftliche Reihe «rowohlts enzyklopädie» (re) beginnt zu erscheinen. Das erste Heft der «Rowohlt Revue», Auflage 650000 Exemplare, erscheint. Juli: Helmut Dähne wird kaufmännischer Geschäftsführer, als Nachfolger von Götz Reese. November: In der Reihe «rororo tomate
» kommen satirische Texte heraus. Als Bestseller erweisen sich die Else-Stratmann-Geschichten von Elke Heidenreich. Dezember: Klaus Juncker geht in den Ruhestand, die Leitung des Theater Verlags übernimmt Malte Hartmann. Zum Jahresende verlässt Matthias Wegner den Verlag. Rainer Grießhammer, Der Ökoknigge; Vladimir Nabokov, Sprich, Erinnerung, sprich.
1985 Januar: Dieter von Holtzbrinck beruft zum 1. Juni Michael Naumann zum neuen Verlagsleiter. August: Das erste Programm des neu konzipierten Imprints Wunderlich erscheint. Hier werden in den nächsten Jahren Bestseller von Rosamunde Pilcher, Pauline Gedge, Martha Grimes, Philip Kerr, Christian Jacq u.a. veröffentlicht. Oktober: «rororo transformation» widmet sich Themen wie Meditation, Esoterik, Spiritualität. In 15 Jahren erscheinen 137 Titel,
Gesamtauflage 2,5 Millionen Exemplare. Dezember: Der Literaturnobelpreis geht an Claude Simon, dessen wichtigste
Werke bei Rowohlt schon in Vorbereitung sind. Cheryl Benard und Edit Schlaffer, Viel erlebt und nichts begriffen; Georg Heinzen und Uwe Koch, Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden; Anja Meulenbelt, Die Gewöhnung an das alltägliche Glück; Wolfgang Schmidbauer, Die Angst vor Nähe; John Updike, Die Hexen von Eastwick.

1986 August: Die «aktuell»-Reihe besteht seit 25 Jahren, in denen 10 Millionen Bände verkauft wurden. September: Band 1 der Kriminalgeschichte des Christentums von Karlheinz Deschner erscheint. Peter Wippermann wird Artdirector in Reinbek. Robin Norwood, Wenn Frauen zu sehr lieben; José Saramago, Das Memorial; Hans Joachim Schädlich, Tallhover; Angela Sommer-Bodenburg, Der kleine Vampir; Carola Stern, In den Netzen der Erinnerung.

1987 22. Januar: Edmond Lutrand stirbt, seit 1952 mit seiner Frau Rita Leiter des Pariser Büros. Mai: Ralf Königs Comic Der bewegte Mann erscheint in der «mann»-Reihe. Die Geschichten aus der Schwulen-Szene werden rasch populär, die Gesamtauflage von Königs Comic-Alben bei Rowohlt liegt bei weit über einer Million Exemplaren. Juni: Das Deutsche Literaturarchiv Marbach eröffnet im Schiller-Nationalmuseum die Kabinett-Ausstellung «Kurt Wolff (1887–1963). Ernst Rowohlt (1887–1960)». «Rowohlt Jahrhundert» bringt Klassiker der literarischen Moderne in 100 Bänden. Rita Mae Brown, Herzgetümmel; Friedrich Christian Delius, Mogadischu Fensterplatz; Klaus Harpprecht, Georg Forster oder Die Liebe zur Welt; Oliver Sacks, Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte.

1988 Januar: Walter Hellmann wird neuer Artdirector. März: Autoren, Kollegen und Freunde schlagen in einem Privatdruck Purzelbäume für Heinrich Maria Ledig-Rowohlt zu dessen 80. Geburtstag, Siegfried Unseld schreibt zu diesem Anlass Verleger als Beruf. September: Der Rowohlt Verlag klagt beim Verwaltungsgericht Köln gegen die Indizierung des Romans Kokain von Pitigrilli durch die Bundesprüfstelle. Dezember: Nach 36 Rowohlt-Jahren geht der Geschäftsführer Horst Varrelmann in den Ruhestand; seine Aufgaben im Vertrieb übernimmt Lutz Kettmann. Karl Corino, Robert Musil. Leben und Werk in Bildern und Texten; Stephen Hawking, Eine kurze Geschichte der Zeit; Ian Kershaw, Der NS-Staat; Michael Lukas Moeller, Die Wahrheit beginnt zu zweit.

1989 Oktober: Corinna Brocher wird neue Leiterin des Rowohlt Theater Verlags. Paul Auster, Im Land der letzten Dinge; Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939–1945; Vladimir Nabokov, Gesammelte Werke, hg. von Dieter E. Zimmer, Beginn mit zwei Bänden Erzählungen und Lolita; Art Spiegelman, Maus. Die Geschichte eines Überlebenden.

1990 Januar: Als erster westdeutscher Verlag veranstaltet Rowohlt ein Seminar für Buchhändler aus der DDR. Start der Reihe «Medizin und Gesundheit». März: Im Wunderlich-Programm erscheint der Roman Die Muschelsucher von Rosamunde
Pilcher, Beginn einer spektakulären Erfolgsgeschichte. September: Gründung des Verlags Rowohlt·Berlin, der von Ingke Brodersen geleitet wird. Die erste Publikation ist die Übernahme der Zeitschrift «Kursbuch», die ab Heft 101 in dem neuen Verlag erscheint. November: Einen «Sieg für die Kunstfreiheit» erringt Rowohlt vor dem Bundesverfassungsgericht. In dem Musterprozess ging es um die rororo-Ausgabe der Lebensgeschichte der Dirne Josefine Mutzenbacher, deren Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften aufgehoben wird. Im «rororo sachbuch» erscheint die nach dem Ursprungsmagazin benannte Serie «Men’s Health». Harold Brodkey, Unschuld;
Richard J. Evans, Tod in Hamburg; Kazuo Ishiguro, Was vom Tage übrigbleibt; John Irving, Garp und wie er die Welt sah.

1991 Februar: Bruno Ganz liest Der Fremde von Albert Camus, Auftakt von «Literatur für KopfHörer», dem ersten Hörbuch-Label in Deutschland. November: In der «Allgemeinen Reihe» startet die Taschenbuchausgabe von diederichs märchen der weltliteratur, 56 Titel mit einer Gesamtauflage von 700000 Exemplaren. Hervé Guibert, Der Freund, der mir das Leben nicht gerettet hat; Péter Nádas, Buch der Erinnerung; Peter Przybylski, Tatort Politbüro; Eduard Schewardnadse, Die Zukunft gehört der Freiheit.

1992 Februar: Am 27.2., wenige Tage vor seinem 84. Geburtstag, stirbt Heinrich Maria Ledig-Rowohlt in Neu-Delhi, wo er am Internationalen Verlegerkongress teilgenommen hatte. Mai: Die Reihe «rororo science» startet. Oktober: Während der Frankfurter Buchmesse wird erstmals der «Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Übersetzerpreis» verliehen. Paul Auster, Die Musik des Zufalls; Nicholson Baker, Vox; Elke Heidenreich, Kolonien der Liebe; Herta Müller, Der Fuchs war damals schon der Jäger; Robert Musil, Der literarische Nachlass (CD-ROM); Peter Schneider, Paarungen; John Updike, Rabbit in Ruhe.

1993 März: Michael Naumann verzichtet nach anonymen Drohungen auf die Veröffentlichung des Buches Should the Baby Live? von Helga Kuhse und Peter Singer. 25. April: Václav Havel, seit 30 Jahren Rowohlt-Autor und seit dem 26.1.1993 Präsident der Tschechischen Republik, besucht den Verlag in Reinbek. 11. Mai: Uraufführung von René Pollesch, Ich schneide schneller 4, im Theater am Turm in Frankfurt am Main. August: Erwin Steen, Geschäftsführer und Leiter der Herstellung, geht nach 40 Jahren der Verlagszugehörigkeit in den Ruhestand. Die Leitung der Abteilung übernimmt Elke Enns. Oktober: Der Literaturnobelpreis wird Toni Morrison zugesprochen, deren Werk seit 1979 bei Rowohlt erscheint. Christopher Browning, Ganz normale Männer; Cormac McCarthy, All die schönen Pferde; Jan-Uwe Rogge, Kinder brauchen Grenzen; Helmut Schmidt, Handeln für Deutschland.

1994 1. Januar: Rowohlt übernimmt die Rechte am Werk von Erika und Klaus Mann. Juni: Michael Töteberg übernimmt die Leitung der Agentur für Medienrechte, die schnell ausgebaut wird und ihren Umsatz vervielfacht. 6. Oktober: Der bewegte Mann, Sönke Wortmanns Realverfilmung der Comics von Ralf König, startet in den deutschen Kinos. Dezember: Carl von Ossietzkys Sämtliche Werke werden in acht Bänden publiziert. Friedrich Christian Delius, Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde; Wilhelm Genazino, Die Obdachlosigkeit der Fische; Alissa Walser, Dies ist nicht meine ganze Geschichte.

1995 April: Der erste von insgesamt sechs Bänden Stadtgeschichten von Armistead Maupin erscheint als rororo. Oktober: Rowohlt geht als einer der ersten deutschen Verlage mit einer eigenen Homepage online. Dezember: Nach zehn Jahren als Verlagsleiter
scheidet Michael Naumann zum Jahresende bei Rowohlt aus. Nikolaus Hansen wird zu seinem Nachfolger berufen. Albert Camus, Der erste Mensch; Friedrich Christian Delius, Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus; Betty Friedan, Mythos Alter; Klaus Harpprecht,
Thomas Mann; Elfriede Jelinek, Die Kinder der Toten; Peter Rühmkorf, TABU I.

1996 Zum fünfzigjährigen Jubiläum der RO-RO-RO-Zeitungsdrucke werden fünfzig kleinformatige «beste Bücher» zum Mitnehmpreis von 2 DM herausgebracht. Wegen des großen Erfolgs der Aktion wird bald darauf eine zweite Serie publiziert. Insgesamt werden fünf Millionen Exemplare abgesetzt. Januar: Bei Rowohlt·Berlin beginnt die Reihe «Paare». In den folgenden Jahren erscheinen 29 Bände. August: Die rororo-Ausgabe von Peter Høegs Roman Fräulein Smillas Gespür für Schnee erobert Platz 1 der Bestsellerliste; von dieser Ausgabe wurden bis heute 1,4 Millionen Exemplare verkauft. September: Die Gesamtausgabe der Texte und Briefe von Kurt Tucholsky, angelegt auf 22 Bände, beginnt zu erscheinen. 26. September: Deutschsprachige Erstaufführung von Sarah Kanes Zerbombt am Schauspielhaus Hamburg; Regie: Anselm Weber. Daniel Goeudevert, Wie ein Vogel im Aquarium; Imré Kertész, Roman eines Schicksallosen; Ulla Lachauer, Paradiesstraße; Péter Nádas, Liebe; Hans-Peter Martin/Harald Schumann, Die Globalisierungsfalle.

1997 Helmut Krausser, Der große Bagarozy; Jürgen Leinemann, Sepp Herberger; Péter Nádas, Minotaurus; Petra Oelker, Tod am Zollhaus; José Saramago, Die Stadt der Blinden.

1998 14. Mai: Kinostart
von Lola rennt. Tom Tykwers Film wird weltweit gefeiert als Aufbruchsignal einer neuen deutschen Filmgeneration Dezember: José Saramago erhält den Nobelpreis für Literatur. Harald Juhnke, Meine sieben Leben; Bascha Mika, Alice Schwarzer; Nicholas Shakespeare, Der Obrist und die Tänzerin; Andrzej Stasiuk, Der weiße Rabe.

1999 Ab März erscheinen «rowohlts monographien» in neuem, vierfarbigem Layout. In der Reihe sind bis dahin 540 Bände erschienen in einer Gesamtauflage von über 20 Millionen Exemplaren. September: Im Taschenbuch erscheint Ildikó von Kürthys Mondscheintarif und wird ein sensationeller Erfolg; bis heute wurden 1,6 Millionen Exemplare verkauft. Beginn der Rühmkorf-Werkausgabe mit dem Band Die Jahre, die Ihr kennt. 1. November: Peter Wilfert, zuvor in verlegerischer Position für die Verlage Krüger, Argon und S. Fischer in Frankfurt tätig, übernimmt gemeinsam mit Nikolaus Hansen die verlegerische Geschäftsführung der Rowohlt Verlage. Rüdiger Salat wird für zwei Jahre ressortfreier Rowohlt-Geschäftsführer. Tahar Ben Jelloun, Papa, was ist ein Fremder?; Petra Hammesfahr, Die Sünderin; Imre Kertész, Fiasko; Ruth Picardie, Es wird mir fehlen, das Leben.

2000 «50 Jahre neu» – die Rowohlt-Taschenbücher feiern Jubiläum,mit einer Ausstellung, eine m Sommerfest in Berlin, zahlreichen Aktionen und Sonderausgaben. Bisherige Bilanz: 15000 Titel, Gesamtauflage 525 Millionen Exemplare. April: Siv Bublitz übernimmt die Leitung von Rowohlt·Berlin. Ende Juni: Nikolaus Hansen scheidet als Verleger aus. Juli: Marcel Hartges wird Leiter des Rowohlt Taschenbuch
Verlags. Carola Stern, Männer lieben anders. Helene Weigel und Bertolt Brecht; Ulrich Wickert, Ihr seid die Macht!

2001 April: Lutz Kettmann wird Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing. 14. Mai: Uraufführung bei den Filmfestspielen in Cannes: Die Klavierspielerin, Michael Haneckes Verfilmung des Romans von Elfriede Jelinek. Im Oktober, knapp einen Monat nach den Terroranschlägen in New York, veröffentlicht der Verlag das Buch Dienstag, 11. September 2001, in dem Autoren von Paul Auster über Louis Begley und Susan Sontag bis zu John Updike Stellung nehmen. Frédéric Beigbeder, 39,90; Petra Gerster und Christian Nürnberger, Der Erziehungsnotstand; Ildikó von Kürthy, Herzsprung.

2002 1. Februar: Alexander Fest löst Peter Wilfert als verlegerischen Geschäftsführer ab. Das Programm des Alexander Fest Verlags wird in das Rowohlt-Programm integriert. Mit Jonathan Franzens Roman Die Korrekturen erreicht der neue Verleger schon im ersten Jahr einen Erfolg. Dezember: Imre Kertész erhält den Nobelpreis für Literatur. Am 9. Dezember zieht Rowohlt·Berlin um in die Kreuzbergstraße 30. Klaus Bednarz, Östlich der Sonne; Christiane Grefe/Matthias Greffrath/Harald Schumann, attac. Was wollen die Globalisierungskritiker?; Jana Hensel, Zonenkinder; Stefan Klein, Die Glücksformel; Herfried Münkler, Die neuen Kriege.

2003 9. Februar: Uraufführung von Good Bye, Lenin! im Wettbewerb der Berlinale. Der Film von Wolfgang Becker wird mit über 12 Millionen Zuschauern ein Welterfolg im Kino. März: Die Biographie Frau Thomas Mann von Inge und Walter Jens erscheint und wird zum Bestseller; das Autorenpaar absolviert eine monatelange Lesereise durch den gesamten deutschsprachigen Raum. Klaus Bednarz, Vom Baikal nach Alaska; Wolfgang Büscher, Berlin–Moskau; Jeffrey Eugenides, Middlesex; Heiner Geißler, Was würde Jesus dazu sagen?; Siri Hustvedt, Was ich liebte; Hans Leyendecker, Die Korruptionsfalle; Colum McCann, Der Tänzer.

2004 Martin Walser, seit Jahrzehnten mit dem Suhrkamp Verlag verbunden, wechselt zum Rowohlt Verlag. Februar: Gunnar Schmidt übernimmt die Verlagsleitung von Rowohlt·Berlin. Rowohlt zieht den Roman Endstufe von Thor Kunkel kurz vor Erscheinen zurück; das Buch wird bei Eichborn verlegt. Dezember: Elfriede Jelinek erhält den Nobelpreis für Literatur. Klaus Bednarz, Am Ende der Welt; Friedrich Christian Delius, Mein Jahr als Mörder; Ildikó von Kürthy, Blaue Wunder; Hans Leyendecker, Die Lügen des Weißen Hauses; Heinz Strunk, Fleisch ist mein Gemüse; Martin Walser, Der Augenblick der Liebe.

2005 September: Daniel Kehlmanns Roman Die Vermessung der Welt erscheint und wird zu einem der größten Erfolge in der Geschichte des Rowohlt Verlags. Dezember: Harold Pinter erhält den Nobelpreis für Literatur. Dietrich Grönemeyer, Der kleine Medicus; Stephen Hawking und Leonard Mlodinow, Die kürzeste Geschichte der Zeit; Jilliane Hoffman, Morpheus; Nicole Krauss, Die Geschichte der Liebe; Uwe Müller, Supergau Deutsche Einheit; Jürgen Neffe, Einstein; Alexander von Schönburg, Die Kunst des stilvollen Verarmens; Jan Weiler, Antonio im Wunderland.

2006 September: Wenige Tage vor dem Tod des Autors erscheint das Erinnerungsbuch
Ich nicht von Joachim Fest. 28. Oktober: Uraufführung von Elfriede Jelineks Ulrike Maria Stuart am Thalia Theater Hamburg; Regie: Nicolas Stemann. Tom Buhrow/Sabine Stamer, Mein Amerika – Dein Amerika; Ildikó von Kürthy, Höhenrausch; Dieter Nuhr, Gibt es intelligentes Leben?; Salman Rushdie, Shalimar der Narr; Abtprimas Notker Wolf, Worauf warten wir?

2007 Petra Gerster, Reifeprüfung. Die Frau von 50 Jahren; Dietrich Grönemeyer, Die neuen Abenteuer des kleinen Medicus; Karl Lauterbach, Der Zweiklassenstaat; Cormac McCarthy, Die Straße; Kathrin Passig und Aleks Scholz, Lexikon des Unwissens; David Safier, Mieses Karma.

2008 Der Rowohlt Verlag geht in sein hundertstes Jahr.

Im Netz:

http://www.rowohlt.de/