Klett Verlag PDF  | Drucken |

Die Ursprünge der Klett AG gehen zurück auf das Jahr 1897, als die Carl Grüninger Verlagsbuchhandlung/Königl. Hofbuchdruckerei zu Gutenberg in eine oHG umgewandelt wurde. Deren Teilhaber waren der Kaufmann Ernst Klett und dessen Schwager Julius Hartmann. Seither befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz. 1899 konnte ein Teil des Areal-Geländes an der Rotebühlstraße 77 übernommen werden. Es ist auch heute noch der Stammsitz des Unternehmens.

1921 trat Fritz Klett in den Betrieb ein. Zusammen mit seinem Vater Ernst Klett senior gelang es ihm, Verlag und Auslieferung auszubauen und die Druckerei zu einem erfolgreichen mittelständischen Unternehmen zu entwickeln. Auch die sozialen Belange der Mitarbeiter waren den beiden ein Anliegen, so richteten sie z.B. eine Hilfskasse für die Belegschaft ein.
Ab 1928 firmierte das Unternehmen unter dem Namen Ernst Klett. Zwei Jahre später wurden die bescheidenen Anfänge des regionalen Schulbuchprogramms erweitert: Der Verlag übernahm die Schulbuchabteilung des Bonz-Verlags mit dem Absatzmarkt Württemberg.
1936 trat Ernst Klett junior in das Unternehmen ein. Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Verlagsgeschäfte nach Kriegsende war eine Lizenz der amerikanischen Militärregierung, die Klett am 23. November 1945 erhielt: Neben dem allgemeinen Verlag entstand nun auch ein eigenständiger Schulbuchverlag, der sich rasch zu einem der größten und erfolgreichsten in Deutschland entwickelte.

Am 8. Februar 1947 starb Ernst Klett senior im Alter von 84 Jahren. Am 9. Juni 1951 erlag Fritz Klett im Alter von 55 Jahren den Folgen eines Autounfalls. 1953 trat sein Sohn Roland Klett in die Firma ein und leitete in der Druckerei einen Modernisierungsschub ein. So entstand u.a. 1963 bis 1967 bei Korb ein neues Werksgebäude, in dem heute noch Vertrieb und Auslieferung abgewickelt werden. 1969 wurde Michael Klett, der älteste Sohn Ernst Klett juniors, Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung, 1976 übernahm er die Verlagsleitung. Sein jüngerer Bruder Thomas Klett wurde 1973 Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung.
Mit der Gründung der Verlagsgemeinschaft Klett-Cotta konnte ab 1977 die Belletristik gestärkt werden. Durch weitere Zukäufe (Giesel Verlag), Beteiligungen (Friedrich Verlage, Esslinger Verlag) bzw. Neugründungen (PONS) expandierte Klett zu einer Unternehmensgruppe mit diversifizierten Geschäftsbereichen. 1989 wurde mit der Druckerei eines der drei traditionellen Standbeine aufgegeben. Klett agiert seitdem vor allem im Bildungsbereich. 1990 wurde mit dem Ernst Klett Verlag Leipzig die erste Zweigniederlassung eines westdeutschen Verlags in den neuen Bundesländern gegründet Mit der Umwandlung der seit 1992 bestehenden Ernst Klett GmbH & Co. KG in eine Aktiengesellschaft wurden 1995 die Geschäftsfelder neu strukturiert und weitere Beteiligungen übernommen. Roland Klett wurde Vorsitzender des Aufsichtsrates, zwei Jahre später löste ihn Thomas Klett ab. Vorstandsvorsitzender wurde Michel Klett. Das Unternehmen expandierte verstärkt ins Ausland - in die Schweiz, nach Österreich, Spanien, Polen, Rumänien, Bulgarien, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, die Länder des ehemaligen Jugoslawiens und Frankreich.

Das Unternehmen gründete 1994 die Deutsche Weiterbildungsgesellschaft (DWG) und baute in ihrem Rahmen den Bereich der Fernschulen und Fernhochschulen auf und aus. Insbesondere die Gründung der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) im Jahr 2008 und der Erwerb des FORUM Institut für Management, Heidelberg 2009 sind Wegmarken im gezielten Aufbau dieses Geschäftsbereichs. Im Mai 2009 trat Michael Klett von seinem Vorstandsvorsitz zurück. Sprecher des nun vierköpfigen Vorstandes, bestehend aus Dr. Manfred Antoni, Thomas Baumann, Philipp Haußmann und Arthur Zimmermann, wurde Philipp Haußmann. Seit weit über 100 Jahren steht die Klett Gruppe nun schon für wirtschaftlichen Erfolg und Innovation in den Geschäftsfeldern Bildung und Kultur. Auf diesem soliden Fundament werden Mitarbeiter und Management in Deutschland und Europa weiterhin erfolgreich aufbauen.

Im Netz:

http://www.klett.de